KONTRÄRE THESE

Emerging Markets: Warum der Höhenflug 2026 enden könnte

Trotz spektakulärer Performance zeigen Schwellenländer klassische Überhitzungssignale. Eine Korrektur könnte unvermeidlich sein.

Die Party geht zu Ende

Während die Finanzwelt noch die spektakuläre Performance der Emerging Markets feiert, deuten die Daten auf ein klassisches Überhitzungsszenario hin. Der MSCI Emerging Markets Index schoss 2025 um 33,6 % nach oben und ließ den MSCI World Index mit seinen 21,1 % weit hinter sich. Allein im Februar 2026 legte der Index weitere 5,5 % zu. Doch historisch gesehen folgen auf solche Rallyes oft schmerzhafte Korrekturen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Südkorea explodierte im Februar um 22,6 %, Taiwan um 12,3 %. Diese Bewegungen erinnern fatal an die euphorischen Phasen vor den großen Emerging-Markets-Crashs der Vergangenheit. Laut den Daten von Janus Henderson zeigen sich bereits erste Ermüdungserscheinungen in den fundamentalen Kennzahlen.

Drei Warnsignale am Horizont

Erstens: Die Bewertungsblase wird immer offensichtlicher. Nach einem Jahr mit 33,6 % Zuwachs handeln viele Emerging Markets zu Vielfachen, die selbst optimistische Wachstumsprognosen nicht rechtfertigen können. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass Investoren ihre Erwartungen drastisch nach unten korrigieren müssen.

Zweitens: Geopolitische Spannungen nehmen zu. Die anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der US-Wirtschaftspolitik und mögliche Handelskonflikte könnten Schwellenländer überproportional treffen. Historisch gesehen reagieren diese Märkte besonders sensibel auf externe Schocks.

Drittens: Der Liquiditätsrückzug beginnt bereits. Wenn die Federal Reserve ihre Geldpolitik weiter strafft, dürfte das traditionell zu Kapitalabflüssen aus Emerging Markets führen. Die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass institutionelle Investoren bereits erste Positionen reduzieren.

Der Dominoeffekt kommt

Die Geschichte zeigt: Nach extremen Outperformance-Phasen folgen oft mehrjährige Underperformance-Zyklen. Die aktuellen Emerging Markets könnten 2026 nicht nur ihre Gewinne abgeben, sondern deutlich schlechter als entwickelte Märkte abschneiden. Besonders vulnerable erscheinen die Februar-Gewinner Südkorea und Taiwan, deren 22,6 % und 12,3 % Zuwächse auf nicht-nachhaltigen Spekulationswellen basieren dürften.

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor: Die Abhängigkeit von Rohstoffpreisen und globalen Lieferketten macht Emerging Markets anfällig für externe Schocks. Die Wahrscheinlichkeit einer synchronen globalen Verlangsamung steigt, was diese Märkte überproportional treffen würde.

Das größte Gegenargument bleibt die demografische Dividende und das strukturelle Aufholpotenzial vieler Schwellenländer. Langfristig könnten diese Faktoren die zyklischen Schwächen überkompensieren.

Was das bedeutet

Anleger sollten prüfen, ob ihre Emerging-Markets-Allokation noch der aktuellen Risikolage entspricht. Eine schrittweise Gewinnmitnahme erscheint ratsam, bevor die unvermeidliche Korrektur einsetzt. Besonders Positionen in den Februar-Überfliegern Südkorea und Taiwan verdienen eine kritische Überprüfung.

Wer dennoch in Emerging Markets investiert bleiben möchte, sollte auf eine geografische Diversifikation achten und defensive Sektoren bevorzugen. Die nächsten Monate dürften zeigen, ob die 5,5 %-Rally im Februar der letzte Aufbäumer vor einem längeren Bärenmarkt war.

Disclaimer: ALPHA bietet keine Anlageberatung. Alle Inhalte dienen ausschließlich der Information.

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